Käßmann findet Debatte um Burka hysterisch

Berlin (KNA) Margot Käßmann, frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat die Debatte über Burkini und Burka als hysterisch kritisiert und zu Gelassenheit aufgerufen. Sie erinnere sich noch sehr gut an die Zeit, als der Bikini als Bedrohung westlicher Werte angesehen worden sei, schreibt die frühere Bischöfin in der „Bild am Sonntag“. „Damals sollten die Frauen mehr anziehen, jetzt sollen sie mehr ausziehen.“ Käßmann betonte, bislang habe keine Frau mit Burka einen Terroranschlag verübt. Sie finde Nikab und Burka allerdings schrecklich; die Frauen, die sich so verhüllten, täten ihr leid. „Als Christin käme ich niemals auf die Idee, das könnte Gott gefallen.“ Der Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, sagte der Zeitung, er würde in seinem Amt keine Mitarbeiterin mit Burka tolerieren – „genau so wenig wie Menschen mit liederlicher Kleidung. Das ergibt sich aus unserem Auftrag, der Kontakt mit Kunden vorsieht.“ Das Kopftuch finde er allerdings als Kleidungsstück in Ordnung, wenn es nicht Ausdruck eines Verhaltens sei, „das unseren Werten widerspricht“.

(KNA – qksms-89-00002)