Menschenrechtler besorgt über Rassismus in Indonesien

Göttingen (KNA) Menschenrechtler zeigen sich besorgt über die Lage von Minderheiten in Indonesien. In dem südostasiatischen Land, in dem am heutigen Mittwoch der Gouverneur der Hauptstadt Jakarta gewählt wird, wüchsen religiöse Intoleranz und Rassismus gegenüber Minderheiten, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen. „Der erbittert ausgetragene Wahlkampf, in dem Religion und Rassismus von Politikern zur eigenen Machtsicherung instrumentalisiert wurden, hat tiefe Gräben hinterlassen und Indonesien gespalten“, sagte GfbV-Asienexperte Ulrich Delius.

Staatspräsident Joko Widodo habe zuletzt zur Einheit aufgerufen. Doch „nach der anti-christlichen und anti-chinesischen Hetze“ des Wahlkampfs sei das Land nicht mehr das gleiche, so Delius. Es sei zudem gefährlich, dass Widodo nun den Islam und Nationalismus preise, „um muslimischen Extremisten zu gefallen“. In der Stichwahl um den Gouverneursposten in der Metropole Jakarta stehen sich der Amtsinhaber und Christ Basuki „Ahok“ Tjahaja Purnama und der Muslim Anies Baswedan gegenüber.

Der Wahlkampf war geprägt von einer massiven Kampagne radikaler Muslime gegen Ahok, die in einer Anklage wegen Blasphemie gipfelte. Die erste Wahlrunde gewann Ahok. Radikale Muslime wollten am Wahltag gegen seine Wiederwahl demonstrieren, die Polizei verbot für diesen Tag jedoch alle Kundgebungen.

(KNA – rkolt-89-00053)

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