Boko Haram

Abuja (KNA) Die islamistische Gruppierung Jama’atu Ahlis Sunna Lidda’awati wal-Jihad ist besser bekannt als Boko Haram.

Sie entstand 2002 in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno im Norden Nigerias. Übersetzt bedeutet der volle Name etwa „Menschen, die sich der Verbreitung der Worte des Propheten und dem Heiligen Krieg verpflichtet fühlen“. Ihr lokaler Name Boko Haram stammt aus der Sprache Haussa, der größten Verkehrssprache im Norden Nigerias, und heißt so viel wie: „Westliche Bildung ist Sünde.“ Gründer der Gruppe war Mohammed Yusuf. Dieser predigte anfangs öffentlich und kritisierte dabei, dass schlechte und korrupte Muslime Nordnigeria regierten. Damit zog er jugendliche Anhänger an und sicherte sich auch Unterstützer aus der Politik.

Später wurde Yusuf radikaler und lehnte jede Form eines westlichen Staates ab. Mehrfach wurde er von Polizei und Geheimdienst verhaftet. Im Juli 2009 eskalierte der Konflikt zwischen Boko Haram und der Polizei. Bei einem Einsatz wurden Hunderte Anhänger, darunter der Anführer, getötet. Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass Yusuf nicht verhaftet, sondern auf der Straße hingerichtet und so zum vermeintlichen Märtyrer gemacht worden sei. Die Folge war eine starke Radikalisierung der Gruppe. Es kam zu Überfällen auf Gefängnisse, um verhaftete Gruppenmitglieder zu befreien, sowie auf Polizeistationen und Militäreinrichtungen.

Insgesamt sollen bislang rund 30.000 Menschen durch Kämpfe und Anschläge ums Leben gekommen sein. Hunderttausende mussten ihre Heimat verlassen; mehrere tausend Menschen wurden verschleppt. Für weltweites Aufsehen sorgte 2014 die Entführung von 276 Mädchen aus der Kleinstadt Chibok. Für deren Freilassung setzte sich unter anderen Michelle Obama ein, die Frau des damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Am Wochenende ließen die Terroristen 82 der Mädchen frei; weitere 100 sollen sich nach wie vor in ihrer Gewalt befinden.

(KNA – rkpkr-89-00017)

Kommentar hinterlassen