Bischof Dröge kritisiert Lage aramäischer Christen in Türkei

Berlin (KNA) Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hat der türkischen Regierung eine Unterdrückung der aramäischen Christen vorgeworfen und internationalen Protest gefordert.

Es dürfe nicht hingenommen werden, „dass die staatliche Religionsbehörde ‚Diyanet‘ das jahrtausendealte syrisch-orthodoxe Kulturerbe an Dritte veräußert und in Museen oder in Moscheen umwidmen will“, erklärte Dröge am Montag in Berlin. Dies sei „ein bewusst angestrebter Akt von Kulturzerstörung“. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz leitet auch die Mittelost-Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland.  Dröge rief die internationale Gemeinschaft auf, „gegen die Massenkonfiszierungen in Tur Abdin im Südosten der Türkei Protest einzulegen“. Er sagte auch, dass es den Aramäern in der Türkei verwehrt sei, das Recht auf Religionsfreiheit für sich in Anspruch zu nehmen. „Eigentumserwerb, der Bau oder Erhalt von Kirchen oder die Ausbildung von Priesternachwuchs wird massiv behindert.“

In der Türkei leben nach Schätzungen rund 20.000 Aramäer, die meisten davon in Istanbul. Die traditionelle Heimat der Minderheit, deren Mitglieder bis heute Aramäisch sprechen, liegt in der südostanatolischen Provinz Mardin. Dort stehen auch die uralten Klöster der aramäischen Christen; das wichtigste davon, Mor Gabriel, ist in den vergangenen Jahren wegen eines Rechtsstreits mit dem türkischen Staat um Ländereien auch international bekannt geworden.

(KNA – rkrkn-89-00100)