Muslime fordern Boykott von US-Firmen wegen „Homo-Ehe“

Jakarta/Kuala Lumpur (KNA) Konservative islamische Organisationen in Malaysia und Indonesien rufen zum Boykott von US-Konzernen auf, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzen.

In Malaysia forderte am Sonntag die ultrakonservative und einflussreiche Gruppierung Perkasa die Regierung auf, Starbucks und Microsoft die Genehmigung für ihre Geschäftstätigkeit in Malaysia zu entziehen. Diese Firmen seien „für die Homo-Ehe“ und „unterstützen die LGTB-Community“, sagte Perkasa-Sprecher Amini Amir gegenüber malaysischen Medien und fügte hinzu: „Das steht im Widerspruch zu den Ansprüchen unseres Lands und den nationalen Zielen.“ Perkasa war die treibende Kraft bei der Durchsetzung des Verbots des Begriffs „Allah“ für Christen im mehrheitlich islamischen Malaysia.

In Indonesien rief bereits am vergangenen Freitag die Massenorganisation Muhammadiyah zum Boykott und zum Verbot der Geschäftstätigkeit von Starbucks in dem Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung auf. Anwar Abbas, Vorsitzender der Muhammadiyah, führte ebenfalls die Unterstützung der Rechte für Homosexuelle durch Starbucks als Begründung an. Muhammadiyah ist mit mehr als 30 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte islamische Organisation Indonesiens. In Jakarta war im Januar 2016 ein Starbucks-Cafe Ziel eines blutigen Terroranschlags von Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat. In Malaysia und Indonesien wächst der politische Einfluss ultrakonservativer bis militanter islamistischer Organisationen.

In beiden Ländern sind Homosexuelle sowie Christen im Visier der Islamisten. Beiden Gruppen wird vorgeworfen, den Islam unterminieren zu wollen. Im vergangenen Juni hatten 36 US-amerikanische Parlamentsabgeordnete in einem Brief an den indonesischen Botschafter in Washington den Schutz von LGTB-Personen und anderer Minderheiten vor Verfolgung gefordert. In Indonesien gehen seit einigen Monaten Polizei und islamistische Gruppen verstärkt gegen Homosexuelle vor. In Aceh, wo das islamische Scharia-Recht gilt, wurden zwei Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung mit je 85 Stockhieben bestraft.

(KNA – rkrkm-89-00020)