Muslimische Ahmadiyya-Jugend ruft zu Dialogaktion auf

Frankfurt (KNA) Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation ruft für diesen Samstag zur bundesweiten Dialogaktion „Wir sind alle Deutschland“ auf.

In mehr als 80 Städten sollen die Mitglieder ihr Selbstverständnis als Teil der Zivilgesellschaft ausdrücken, teilte die Organisation am Freitag in Frankfurt am Main mit: „Wir nehmen wahr, dass es gegenwärtig eine angespannte Grundstimmung in unserer Gesellschaft gibt. Unsere Gesellschaft ist dabei, eine Leitkultur für die vielfältigen Mitglieder zu definieren. Für uns Muslime gilt, dass die Verbundenheit zu unserer Gesellschaft und unserem Deutschland auch eine Glaubenslehre ist“, erklärte der Bundesvorsitzende Hasanat Ahmad.

In den sozialen Medien sollen die Jugendlichen Stellung unter dem Hashtag #MuslimeFürDeutschland beziehen Es sei selbstverständlich, dass man bemüht sei, gesellschaftliche Verantwortung gegenüber polarisierenden und populistischen Strömungen zu übernehmen und das Land konstruktiv mitzugestalten. Hierfür sei ein Austausch über verschiedene Positionen notwendig. Die Jugendorganisation wolle mit der Kampagne „Wir sind alle Deutschland“ das direkte Gespräch mit den Bürgern suchen. „Als einer der größten muslimischen Jugendverbände Deutschlands möchten wir natürlich auch die Fragen, Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen.

Wenn es Ressentiments und Vorbehalte gegen- über Muslimen gibt, so sind wir der Ansicht, dass sie am besten durch Begegnung und Dialog abgebaut werden können“, sagte Ahmad. Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation ist nach eigenen Angaben eine der größten Jugendorganisationen und versteht sich als Teil der deutschen Zivilgesellschaft.

Sie initiiere zahlreiche Projekte wie Charityläufe zugunsten von Hilfsorganisationen, Obdachlosenspeisungen, Seniorenheimbesuchen und die Straßenkehraktion zum Neujahr. Sie gehört der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), kurz Ahmadiyya, an. Diese versteht sich als missionarische Reformbewegung für einen betont friedlichen und dialogorientierten Islam. Die Todesstrafe für den Abfall vom muslimischen Glauben und die Verbreitung des Islam mit kriegerischen Mitteln lehnt sie ab. Bildung spielt in ihrem Weltbild eine wichtige Rolle, da moderne Wissenschaft und Religion aus ihrer Sicht kein Widerspruch sein können. Daneben hält die Gemeinschaft sich eng an den Koran und die islamische Glaubenslehre.

(KNA – rkrml-89-00006)