Bischof Hofmann: Dürfen bei Integration nicht Segel streichen

Berlin (KNA) Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann ist davon überzeugt, dass die Integration anderer Kulturen in Deutschland nicht einfach sein wird.

„Aber wir können nicht die Segel streichen“, sagte Hofmann im Interview mit der in Berlin erscheinenden Zeitung des Deutschen Kulturrates „Politik & Kultur“. Eine Gesellschaft, die heute und in Zukunft nicht homogen sein werde, müsse einen Frieden und eine Basis haben, „auf der wir, trotz unterschiedlicher Entwürfe, miteinander leben können“. Das müsse von den Menschen gestaltet werden. Die Kirche habe in Deutschland erkannt, dass durch die vielen muslimischen Einwanderer und Asylsuchenden eine neue Problematik auf die Bevölkerung zukomme, sagte Hofmann. „Unsere Erkenntnis ist, dass wir in den Dialog eintreten müssen. Wir dürfen unsere christlichen Werte nicht aufgeben.“

Die Menschen, die hierzulande Angst hätten vor dem Islam, sollten erkennen, dass es darum gehe, die eigenen Werte zu leben: „Dann brauchen wir keine Angst vor dem anderen zu haben.“ Wer allerdings die eigenen Werte nicht hochhalte, empfinde Menschen, die ein anderes Fundament hätten, als Bedrohung. „Wir müssen im Dialog mit den Leuten auf Augenhöhe reden“, zeigte sich der Bischof überzeugt. Auch wenn es mit dem Islam schwieriger sein mag ins Gespräch zu kommen als im Christentum, gelte es Wege zu finden, um abzuchecken, wo der christliche und der islamische Glaube stünden und wie man zu einem Miteinander trotz unterschiedlicher Glaubensauffassungen kommen könne. Eine Hilfe bei der Integration könne sicherlich auch die Kultur und Kunst sein, so Hofmann. Zugleich betonte er, dass Kirche die Verpflichtung habe, sich als Teil dieser Gesellschaft politisch zu äußern, wo das christliche Menschenbild in Gefahr sei.

(KNA – rksnk-89-00150)