Blume: Islamisten fliehen vor eigenen Widersprüchen in Gewalt

Bonn (KNA) Islamistische Selbstmordattentate sind nach den Worten des Religionswissenschaftlers Michael Blume oft nur ein „vermeintlicher Ausweg“ aus inneren religiösen Widersprüchen der Attentäter.

Die Islamisten lehnten Zahnbürsten und Jeans ab, weil der Prophet Mohammed sie nicht kannte, wollten aber unbedingt Handys oder Autos haben, sagte Blume am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bonn. Insofern sei Gewalt auch eine Trotzreaktion auf die eigene Widersprüchlichkeit und die Unzulänglichkeit des islamistischen Weltbildes. Blume äußerte sich vor dem Hintergrund seines jüngst erschienenen Buches „Islam in der Krise.

Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“. Darin stellt er fest, dass bei immer mehr Muslimen angesichts von Gewalt, Krieg, Korruption und Rückständigkeit ihrer Gesellschaften die Glaubenszweifel wachsen und sie sich von der Religion abwenden. Allerdings geschehe dies aus Angst vor Sanktionen durch die Öffentlichkeit oder die eigene Familie noch weitgehend im Verborgenen.  „Immer mehr Muslime sehen und erleben, wie weit Anspruch und Wirklichkeit gerade auch unter ihren vermeintlich Frommen auseinanderklaffen“, so Blume. „Selbst Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan wissen heimlich, dass er und seine Familie sich entgegen aller islamischen Floskeln korrupt bereichern.“

Sie sähen den obszönen Reichtum und die Gewaltbereitschaft der saudischen Herrscherfamilien als „Hüter der heiligen Stätten“, während im Jemen und in Afrika auch die Kinder von Muslimen verhungerten.  „Die Flüchtlingskrise ist für viele Muslime ein Tiefpunkt gewesen: Das christliche Europa nahm Hunderttausende Schutzsuchende auf, während sich Sunniten und Schiiten gegenseitig ermordeten.“ Sehr viele Muslime strebten vor allem wegen der größeren individuellen Freiheit nach Europa und entfernten sich hier von ihrer Religion.

(KNA – rktkq-89-00139)