NRW-Justiz bekommt „Zentrum für interkulturelle Kompetenz“

Bielefeld (KNA) In Nordrhein-Westfalen entsteht ein bundesweit in dieser Art einzigartiges „Zentrum für interkulturelle Kompetenz der Justiz“.

In Essen sollen ab Jahresende zwölf Mitarbeiter die Landeseinrichtungen der Justiz in Fragen des Islamismus, des Extremismus und der politischen Gewalt schulen, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) der Bielefelder Tageszeitung „Neue Westfälische“ (Dienstag).

„Wir müssen uns um Kriminalitätsphänomene wie die Krawalle rund um den G20-Gipfel oder die Kölner Silvesternacht kümmern“, sagte Biesenbach. Denn bei diesen Ereignissen habe der Staat vorübergehend die Kontrolle verloren, was die Menschen zutiefst verunsichere. Das Zentrum soll laut Biesenbach Strategien erarbeiten, um ein Abdriften von Haftinsassen in den Extremismus zu vermeiden.

Zudem gehe es um Konzepte für den Umgang mit Angeklagten, Zeugen und Publikum in den Gerichtssälen. „Der Schulungsbedarf ist groß“, so Biesenbach. Der Politiker verwies auf die Bildungsarbeit von vier Islamwissenschaftlern in der Justizvollzugsanstalt Remscheid. „Das funktioniert echt gut. Die Kollegen haben schon jetzt mehr als 1.600 Kräfte aus dem Justizvollzug geschult.“

(KNA – rktlm-89-00133)

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