Menschenrechtler befürchten neue Bedrohung für Minderheiten im Irak

Göttingen (KNA) Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat vor neuen Gefahren für religiöse Minderheiten im Nordirak gewarnt.

„Der sunnitische ‚Islamische Staat‘ (IS) ist zerschlagen, jetzt übernehmen schiitische Milizen in vielen Gebieten das Ruder“, sagte Nahostreferent Kamal Sido am Freitag in Göttingen. Die GfbV befürchte, dass sich der radikale schiitische Islam kaum vom radikalen sunnitischen Islam unterscheide. Es gebe erste Anzeichen dafür, dass sich die Lage der wieder in Mossul lebenden Christen und Jesiden nicht zum Besseren wende.

An der Universität von Mossul und anderswo wurden demnach bereits Plakate mit religiösen Botschaften aufgehängt. „Frauen werden aufgefordert, die islamische Kleiderordnung einzuhalten und sich gemäß der Sitten der Muslime zu verhalten“, berichtete Sido. Der Norden des Iraks war laut der GfbV in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder von Konflikten betroffen und in der Folge flohen besonders religiöse Minderheiten oder kleine Volksgruppen aus dem Gebiet.

(KNA – rlkmk-89-00024)