Urteil zu Vielehe stärkt Frauenrechte in Pakistan

Islamabad (KNA) Mit einem aufsehenerregenden Urteil zur Vielehe hat ein Gericht im islamisch geprägten Pakistan die Rechte verheirateter Frauen gestärkt.

In der Stadt Lahore wurde ein Mann laut örtlichen Medienberichten (Donnerstag) zu mehrmonatiger Haft und einer Geldstrafe verurteilt, weil er ohne schriftliche Einwilligung seiner ersten Ehefrau eine zweite Frau geheiratet hatte. Es sei das erste Mal, dass ein Gericht sich eindeutig auf die Seite der Frauen gestellt habe, hieß es in einer Stellungnahme von Frauenrechtlerinnen.

Nach diesem Urteil würden nun mehr Männer vor einer Vielehe zurückschrecken. Der Islam erlaubt Männern unter bestimmten Bedingungen, bis zu vier Frauen zu heiraten. In Pakistan müssen dabei zusätzlich etliche Formalitäten eingehalten werden. Der pakistanische „Rat der Islamischen Ideologie“ (Council of Islamic Ideology) hatte vor dem Urteil wiederholt das Mitspracherecht der ersten Ehefrau in Sachen Vielehe kritisiert und eine Reform des Familienrechts nach rein islamischen Kriterien gefordert. Das Gremium berät die Regierung in religi- ösen Fragen. Seine Empfehlungen sind jedoch nicht bindend.

(KNA – rllkm-89-00047)