Caritas international: Kein Ende der Rohingya-Krise in Sicht

Frankfurt (KNA) Die Situation der Rohingya bleibt laut Angaben von Caritas international äußerst angespannt.

Es handle sich um die „am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt“, sagte der Leiter des katholischen Hilfswerks, Oliver Müller, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit im mehrheitlich buddhistischen Myanmar. Mehr als 600.000 von ihnen sind seit Ende August gewaltsam von der Armee von Myanmar nach Bangladesch vertrieben worden. „Wenn man in Betracht zieht, dass Bangladesch eines der ärmsten Länder der Welt ist, dann macht die Regierung einen ordentlichen Job“, betonte Müller.

Gleichwohl seien die sanitären Verhältnisse in den Lagern katastrophal. Rund 75 Prozent der Flüchtlinge litten unter Durchfallerkrankungen. Außerdem fehlten Perspektiven für die Menschen, führte der Caritas-Vertreter aus. Dies könne ein idealer Nährboden für Extremisten aller Art sein. „Es gibt Hinweise darauf, dass Islamisten bereits versuchen, in den Lagern Einfluss zu nehmen.“ Papst Franziskus wird Ende des Monats zu einer Reise nach Bangladesch und Myanmar aufbrechen. Es wird erwartet, dass er sich dabei auch zu dem Flüchtlingsdrama äußert.

(KNA – rllks-89-00210)