Papst feiert erste öffentliche Messe in Myanmar

Rangun (KNA) Papst Franziskus hat Myanmar zu „Vergebung und Mitleid“ aufgerufen, obwohl viele Menschen „Wunden der Gewalt“ in sich trügen.

„Wir meinen, dass die Heilung durch Wut und Rache geschehen kann. Aber der Weg der Rache ist nicht der Weg Jesu“, sagte der Papst am Mittwoch morgen (Ortszeit) in einer Predigt in Rangun. Mit der Papstmesse auf dem etwa 60 Hektar umfassenden Kyaikkasan-Sportgelände begann der dritte Tag des Myanmar-Besuchs von Franziskus. Geprägt ist der Tag durch ein geistliches Programm und interreligiöse Begegnungen: Nach dem Gottesdienst trifft Franziskus am Nachmittag (Ortszeit) den Hohen Rat der buddhistischen Mönche (Sangha) im Kaba Aye Centre.

Am frühen Abend (Ortszeit) empfängt der Papst am Sitz des Erzbischofs von Rangun die 22 katholischen Bischöfe Myanmars. Christen stellen im buddhistisch geprägten Myanmar eine Minderheit. Jesus habe seine Weisheit nicht in langen Reden und auch nicht durch großartige Kundgebungen politischer oder weltlicher Macht gelehrt, sagte Franziskus. Entsprechend „lassen viele von euch den Armen und Leidenden praktische Hilfe und Solidarität zukommen“, lobte er die Christen im Land.  Einige Tausend Besucher der Messe waren zwei Tage lang aus dem Norden des Landes angereist. Insgesamt nahmen gut 100.000 Gläubige an der Messe teil. Franziskus hielt seine Predigt auf Italienisch, sie wurde abschnittsweise in die Landessprache übersetzt.

Sechs Volksgruppen des Landes trugen die Fürbitten in jeweils ihrer Sprache vor. Eine bat darum, die Führer des Landes mögen sich für ein Ende der Konflikte in den Bundesstaaten Kachin, Rakhine und Shan einsetzen. Bei den Messen in Myanmar stützt Papst Franziskus sich auf einen besonderen Hirtenstab, den katholische Schnitzer der Kachin-Minderheit aus Holz gefertigt haben. Sie stammen aus einem Flüchtlingslager im Norden Myanmars. Auf Papstreisen verwendet Franziskus häufig besondere Hirtenstäbe mit hohem Symbolgehalt. Vor Beginn der Messe, die wegen der hohen Temperaturen um eine Stunde auf 8:30 Uhr (Ortszeit) vorverlegt worden war, drehte Franziskus einige Runden im Papamobil.

(KNA – rllmt-89-00003)