Papst trifft in Bangladesch Jugendliche – Gruß an Muslime

Dhaka (KNA) Zum Ende seiner Bangladesch-Reise ist Papst Franziskus am Samstag in Dhaka mit mehreren tausend jungen Leuten zusammengetroffen.

In seiner Ansprache im katholischen NotreDame-College, das auch viele Nichtchristen besuchen, grüßte Franziskus auch alle Andersgläubigen: „Es freut mich, dass hier zusammen mit den Katholiken auch viele junge Freunde sind, die Muslime sind oder anderen Religionen angehören“, sagte Franziskus auf dem Sportplatz der Universität vor laut Vatikanangaben rund 7.000 Zuhörern. Fast 89 Prozent der Bevölkerung Bangladeschs gehören dem Islam an, der laut Verfassung Staatsreligion ist. Auch anderen Glaubensrichtungen ist demnach die Ausübung ihres Kults „in Frieden und Harmonie“ zugesichert.

Franziskus lobte den Willen aller Anwesenden, unabhängig von religiösen Unterschieden ein „Klima der Harmonie zu fördern“. Interreligiöser Dialog und gemeinsames Arbeiten für Frieden waren zentrale Themen der einwöchigen Papstreise nach Myanmar und Bangladesch. In beiden Ländern bilden Katholiken eine kleine Minderheit.  In seiner Dankesrede sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Bangladesch, Kardinal Patrick D’Rozario, Papst Franziskus habe durch seinen Besuch alle ermutigt, sich weiter für ein friedliches und harmonisches Zusammenleben aller einzusetzen. Auch am Donnerstag in Rangun hatte Franziskus seinen Besuch in Myanmar mit einer Jugendbegegnung beendet. – Im Herbst 2018 findet im Vatikan eine Weltbischofssynode zum Thema Jugend statt.

Den Jugendlichen, von denen zwei zuvor kurz über ihre Glaubenserfahrungen berichtet hatten, dankte der Papst in Dhaka für ihr Engagement und ihren Mut. Dazu zitierte er den Nationaldichter Kazi Nazrul Islam (1899-1976). Zudem sagte Franziskus, es sei wichtig, auf Gott zu hören, seinen Willen zu erfüllen und „falschen Glücksversprechungen“ und Egoismus zu widerstehen. Er mahnte ebenso zur Achtung älterer Menschen.  „Die Weisheit Gottes macht uns offen für die anderen. Sie hilft uns, über unsere eigenen persönlichen Bequemlichkeiten und falschen Sicherheiten hinauszuschauen, die uns blind machen für die großen Ideale“, so der Papst laut dem vorab verbreiteten Redetext. Die Jugend macht einen Großteil der mehr als 160 Millionen Menschen in Bangladesch aus.

Auch wenn Katholiken nur weniger als 0,5 Prozent der Bevölkerung stellen, besuchen laut der nationalen Bischofskonferenz mehr als 40.000 junge Leute verschiedenen Glaubens kirchliche Bildungseinrichtungen. An der Notre-Dame-Universität, die sich unabhängig vom Staat durch Studiengebühren finanziert, sind jährlich mehr als 3.000 Studenten eingeschrieben.

(KNA – rlmkm-89-00018)