Katholiken-Komitee verurteilt Vorfälle in Clausnitz und Bautzen

Köln (KNA) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die fremdenfeindlichen Vorfälle in Clausnitz und Bautzen verurteilt. Die Ereignisse seien „nur blamabel und schrecklich“ und beschädigten außerdem das Bild Deutschlands in der Welt, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Dienstag dem Kölner domradio.

In Clausnitz hatte am Donnerstagabend eine Menschenmenge einen Bus mit Asylbewerbern nahe ihrer Unterkunft umstellt und Parolen gerufen. In Bautzen brach in der Nacht zum Sonntag in einem geplanten Flüchtlingsheim ein Feuer aus. Medienberichten zufolge gab es zahlreiche Schaulustige und Jubel über das Feuer.

Sternberg forderte einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Zugleich räumte er ein, dass es „in den Mengen und Zahlen“ nicht so weitergehen könne wie im vergangenen halben Jahr. Er wandte sich aber auch gegen die Behauptung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) alle Flüchtlinge nur nach Deutschland hineingelassen und sonst nichts gemacht habe. „Unendlich viel ist passiert in den letzten Monaten“, sagte Sternberg.

Darüber hinaus verteidigte er die Entscheidung des ZdK, die AfD nicht am Programm des Katholikentags zu beteiligen: Er habe den Eindruck, „dass alle neuen Äußerungen der AfD den Beschluss bestätigen“, hier nicht einer Gruppe ein Forum zu bieten, „die eben keine Partei ist, keine Alternative für Deutschland“. Hier gebe es „eine Art Sammelbecken von Protestkräften wie sie mal DVU, mal Republikaner hießen“, so Sternberg weiter: „Mit den Positionen muss man sich auseinandersetzen, mit den Menschen muss man sich auseinandersetzen, aber die Partei muss man nicht nobilitieren.“