missio warnt vor Eskalation der Gewalt auf Mindanao

Aachen (KNA) Das Internationale Missionswerk missio in Aachen befürchtet nach dem Terroranschlag auf den Philippinen eine Eskalation der Gewalt auf Mindanao. „Wir verurteilen diesen Anschlag auf das Schärfste und sind mit unseren Projektpartnern sehr beunruhigt, dass die Gewalt im südphilippinischen Mindanao eskaliert“, warnte Präsident Klaus Krämer am Montag in Aachen. Bei dem Anschlag vom Wochenende waren in der Großstadt Davao 14 Menschen getötet und rund 70 verletzt worden. Zu dem Attentat hat sich die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf bekannt, die gegen die Zentralregierung für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der Philippinen kämpft. Nach Angaben von missio wollen sich am 19. September in Davao philippinische Bischöfe mit muslimischen Würdenträgern treffen. Zu dem Treffen habe auch Präsident Duterte sein Kommen zugesagt. „Wir werden die katholische Kirche in den Philippinen und auf Mindanao weiter dabei stärken, ihre Rolle als friedensstiftender Vermittler auszufüllen und den Dialog zwischen Christen und Muslimen voranzutreiben“, sagte Krämer. Father Sebastiano d’Ambra, Gründer der christlich-muslimischen Dialogbewegung Silsilah in den Philippinen, bewertete den Anschlag als eine Art Warnschuss der Terrorgruppe Abu Sayyaf gegenüber dem neuen philippinischen Präsidenten Duterte. Grund sei, dass der neue Präsident auf Mindanao lokalen Drogenbossen und Organisationen den Kampf angesagt habe, die in Verbindung mit Abu Sayyaf stünden. Zudem habe Präsident Duterte auch ein Vorgehen gegen Abu Sayyaf in der südphilippinischen Region Jolo und in Basilan angekündigt, so der Ordensmann. „Abu Sayyaf möchte, dass der Präsident diese Initiativen stoppt.“ Es sei wahrscheinlich, dass Abu Sayyaf jetzt versuche, eine Art Mehrfronten-Konflikt gegen das philippinische Militär zu eröffnen, so der missio-Projektpartner weiter. Father Sebastiano registriert eine wachsende Furcht unter Christen. „Der christlich-muslimische Dialog wird schwerer werden“, sagte er. Besonders schlimm sei, dass die Bevölkerung bisher davon ausgegangen sei, dass Davao vor Anschlägen sicher sei. „Das trifft natürlich auch den Tourismus und die Wirtschaft in Davao“, so Father Sebastiano. (KNA – qktkp-89-00143)