missio hofft auf Impulse von Merkel zum Thema Religionsfreiheit Aachen

(KNA) Das katholische Hilfswerk missio hofft auf wichtige Impulse von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema Religionsfreiheit. Ihre Rede am Mittwoch in Berlin sei „ein wichtiges politisches Signal, das wir angesichts der vielfältigen Verletzung dieses grundlegenden Menschenrechts dringend brauchen“, sagte der Präsident von missio Aachen, Klaus Krämer, am Dienstag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Darum erhoffe ich mir von der Kanzlerin ein eindeutiges Zeichen gegen die Instrumentalisierung der Religionen durch Politiker, die ein Interesse daran haben, die Gesellschaft zu polarisieren und zu spalten.“ Merkel spricht bei einer Internationalen Parlamentarierkonferenz zu Glaubens- und Gewissensfreiheit in den Räumen der UnionsFraktion im Bundestag. Beispielsweise, so Krämer, dürfe man es „nicht zulassen, dass Christen und Muslime gegeneinander ausgespielt werden, auch wenn der internationale politisch-islamistisch motivierte Terror genau das provozieren möchte“. Politiker und Religionsvertreter müssten alles dafür tun, „dass die politische, soziale, ethnische oder wirtschaftliche Instrumentalisierung von Religion weltweit durchschaut und abgebaut wird“. Dabei sei der interreligiöse Dialog keinesfalls wie von Kritikern behauptet „naives Gutmenschentum“, sondern ein wichtiges Instrument, bei dem Christen immer wieder Vorreiter sein müssten. „Dialog heißt nicht, dass man unverbindliche Gespräche miteinander führt. Dialog heißt vielmehr, dass man mit Respekt Themen kritisch anspricht, vor allem die umstrittensten.“ Darüber hinaus erklärte Krämer, er beobachte „mit großer Sorge, dass Einschränkungen der Religionsfreiheit weltweit zunehmen. Immer stärker geraten religiöse Minderheiten unter Druck – auch durch staatliche Diskriminierung oder gesellschaftliche Ausgrenzung.“ Besonders beunruhigend sei es, dass „religiöse Argumente zur Legitimierung von Gewalt missbraucht werden, um wirtschaftliche, soziale oder ethnische Konflikte auszutragen“. Besonders problematisch bewertet der missio-Präsident die Situation im Nahen und Mittleren Osten, aber auch in Nigeria, Eritrea, Pakistan und Indien. Gerade für die Christen in Nahost sei die Situation sehr schwierig. Gleichzeitig litten aber auch Muslime in dieser Region stark unter dem Grundkonflikt zwischen Sunniten und Schiiten.

(KNA – qktln-89-00127)