Caritas hält Rückkehr von Christen nach Mossul für zu gefährlich

Köln (KNA) Caritas-International-Experte Rudi Löffelsend hält die Rückkehr von christlichen Familien in den durch irakische Regierungstruppen zurückeroberten Ostteil von Mossul für verfrüht. „Für mich wäre es zu gefährlich. Ich würde niemandem empfehlen jetzt schon zurückzukehren“, sagte er am Donnerstag dem Kölner domradio. Drei aramäische Familien seien in ihre früheren Häuser in der zweitgrößten irakischen Stadt zurückgekehrt. Noch sei die Gefahr durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) jedoch zu groß. Neben einem gut ausgebauten Tunnelsystem, aus dem immer noch Kämpfer herauskämen, arbeite der IS seit Januar auch mit Drohnen, so Löffelsend. Dies sei „brandgefährlich“. Die Drohnen hätten bereits etliche Opfer unter den irakischen Soldaten gefordert, obwohl diese mit modernstem Kriegswerkzeug arbeiteten. Nach der Eroberung Mossuls durch die Dschihadisten am 9. Juni 2014 hatten alle Christen die Stadt verlassen. Viele ihrer Häuser seien sofort enteignet worden. Die Flüchtlinge hätten sich zunächst in die Ninive-Ebene oder nach Kirkuk begeben. Später seien sie nach Erbil und in die umliegenden Orte des irakischen Kurdengebietes weitergezogen, so Radio Vatikan. Die letzten zehn Christen, die Ende 2014 bei Razzien in der Ninive-Ebene von IS-Kämpfern entdeckt und nach Mossul verschleppt worden waren, seien am 7. Januar 2015 aus der Stadt vertrieben worden. Nach mehreren Tagen und Nächten im Niemandsland zwischen den vom „Islamischen Staat“ und von kurdischen Peschmerga gehaltenen Dörfern seien sie schließlich in Kirkuk aufgenommen worden.

(KNA – rkmlq-89-00140)