Weltfriedenstreffen in Assisi geht weiter

1986 rief Papst Johannes Paul II. erstmals die Religionen der Welt zu einem Gebetstreffen für den Frieden nach Assisi in Mittelitalien. Was damals im Kalten Krieg begann, geht heute weiter. Allerdings diesmal ohne Papst.

Rom (KNA) Mit zahlreichen Vorträgen und 16 international und interreligiös besetzten Diskussionsforen ist am Montag das Weltfriedenstreffen der Religionen in Assisi fortgesetzt worden. Dabei sprachen neben Vertretern unterschiedlicher christlicher Konfessionen Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Sikhs und Vertreter anderer Gemeinschaften.

An den Debatten beteiligten sich zudem Wissenschaftler, Publizisten, Gewerkschafter, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und einzelne Regierungsvertreter. Auch die Gates-Stiftung war mit zwei Rednern vertreten.

Die Foren wurden in unterschiedlichen Räumen im Umfeld der Franziskus-Basilika von Assisi organisiert und per Video-Stream übertragen. Das Treffen findet 40 Jahre nach dem ersten Weltgebetstreffen für den Frieden statt, das Papst Johannes Paul II. 1986 vor dem Hintergrund der damaligen atomaren Ost-West-Konfrontation einberief.

Aus Deutschland waren unter anderen der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, die lutherische Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und die Pastorin Angela Kunze-Beiküfner aus Magdeburg vertreten. Für den den Weltkirchenrat nahm Bischof Heinrich Bedford-Strohm teil.

Zu den Themen gehörten neben dem Beitrag der Religionen zum Frieden auch die Einflüsse neuer technologische Entwicklungen und des Klimawandels auf Konflikte. Den veränderten Einfluss der Medien behandelte ein Forum mit dem Titel Medien, Narrative und Macht im digitalen Zeitalter“.

Nach weiteren Vorträgen und Debatten ist am Dienstagnachmittag der feierliche Abschluss des Treffens mit dem Friedensgebet der Religionsvertreter vorgesehen. In Assisi soll Papst Leo XIV., der wegen seiner Rekonvaleszenz nach einer Krebsoperation nicht an dem Treffen teilnehmen kann, mit einer eigenen Botschaft zu Wort kommen. Ranghöchster Vertreter christlicher Kirchen bei dem Treffen ist wegen der Abwesenheit des Papstes der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I.

© KNA

Bild von jdcovell auf pixabay

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