Bayerische Religionsvertreter stellen sich gegen Hass und Extremismus

Christen, Muslime, Juden und der Innenminister an einem Tisch: In Bayern setzen Religionen mit der Regierung ein Signal für Dialog und gegen Hetze. München (KNA)

Führende Vertreter von Religionsgemeinschaften in Bayern haben mit Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gegen Extremismus, Fundamentalismus, Hass und Hetze ausgesprochen. In einer am Montag in München veröffentlichten „Gemeinsamen Erklärung“ versprachen sie, sich gemeinsam für Respekt und Toleranz sowie gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Die Erklärung wird von Christen, Juden, Muslimen und Buddhisten getragen.

Herrmann sagte, angesichts weltweiter Konikte sei das Zusammenleben in Deutschland und gerade in Bayern überdurchschnittlich friedlich. Das gelte es zu bewahren. Zum ersten Mal in Bayern hätten sich religiöse Gemeinschaften und Akteure des interreligiösen Dialogs mit der Staatsregierung auf ein solches Bekenntnis verständigt. Das sei ein Meilenstein, der ihm auch persönlich viel bedeute, so der Minister, der den Austausch initiiert hat.

In dem Text drücken die 29 Unterzeichnenden ihre Überzeugung aus, „dass den Religionen eine Schlüsselrolle für ein friedliches Miteinander auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ zukommt. Man sei bereit, auch in schwierigen Zeiten und bei kontroversen Standpunkten im Austausch zu bleiben. Die Sicherheit von Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Gebetsstätten sei ein gemeinsames Anliegen. Auf allen Ebenen der jeweiligen Organisation solle das Wissen übereinander, insbesondere durch Begegnung und Dialog, gestärkt werden.

Der Minister fügte hinzu, miteinander reden diene der Demokratie, der Integration und dem Zusammenhalt. Künftig sollten auch Hindus an dem Dialogforum mitwirken. Der Kreis sei oen für weitere Akteure. Man werde sich aber in jedem Einzelfall eine Prüfung vorbehalten.

Der katholische Bischof von Augsburg, Bertram Meier, sagte, auch schwierige Themen dürften dabei nicht ausgeklammert werden. Vertrauen wachse zudem nicht nur durch persönliche Begegnungen, sondern auch durch transparente Strukturen. Der evangelische bayerische Landesbischof Christian Kopp sagte, es brauche jetzt überall lokale Initiativen der Religionen für Demokratie.

Der Amberger Rabbiner Elias Dray sagte, insbesondere der jüdisch-muslimische Dialog habe nach dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sehr gelitten. Es sei ein weltweit fatales Phänomen, dass Meinungen oft nicht mehr nach Verständnis, sondern durch Zugehörigkeit geprägt würden. Es sei notwendig, wieder mehr Empathie für den anderen und seinen Schmerz zu zeigen. Das bedeute nicht, ihm in allem zuzustimmen. Er hoe, dass es nun in ganz Bayern verstärkt zu Bildungsprojekten zwischen allen Religionen komme.

Der Penzberger Imam Benjamin Idriz erklärte, Kontaktabbruch schaffe keinen Frieden. Wer Dialog beendet, überlässt das Feld den Lautesten und Radikalsten. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass ein Konikt aus anderen Weltgegenden unser Zusammenleben in Bayern belastet.

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