Caritas: Religionsführer sollen humanitäre Hilfe sicher machen
Als Unparteiische können religiöse Autoritäten verfeindete Gruppen drängen, völkerrechtliche Grundregeln zu respektieren. Es könnte Helfern das Leben retten, meint Caritas Internationalis und nennt ein Beispiel.
Vatikanstadt (KNA) Angesichts Hunderter getöteter Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im vergangenen Jahr ruft Caritas Internationalis religiöse Autoritäten auf, ihren Einfluss geltend zu machen. Mit ihrer Vertrauensbasis könnten sie auch bei Konfliktparteien auf die Wahrung humanitärer Grundsätze hinwirken, teilte der im Vatikan ansässige weltweite Dachverband katholischer Caritas-Organisationen am Mittwoch mit.
Als Beispiel verwies der Verband auf Bischof Aurelio Gazzera in Zentralafrika. Trotz erheblicher Sicherheitsrisiken stehe der Leiter des katholischen Bistums Bangassou gemeinsam mit muslimischen und evangelischen Glaubensführern in Kontakt mit Behörden, Streitkräften und lokalen Gemeinschaften und trage so dazu bei, Gesprächskanäle offen zu halten.
Caritas Internationalis verwies auch auf eine aktuelle Publikation mit dem Titel „Stärkung der moralischen Kraft des humanitären Völkerrechts durch religiöse Lobbyarbeit“, die vom Graduate Institute of International and Development Studies in Genf zusammen mit kirchlichen Organisationen herausgegeben wurde. Die Arbeit untermauert die These, dass die Glaubwürdigkeit und lokale Präsenz religiöser Führer eine Lobbyarbeit für das humanitäre Völkerrecht unterstützen könnten.
Zum Welttag der humanitären Hilfe am Mittwoch hatte UN-Generalsekretär António Guterres auf die wachsende Gefährdung von Helferinnen und Helfern in Krisengebieten hingewiesen. In den vergangenen drei Jahren seien mehr als 1.000 humanitäre Helfer getötet worden, die meisten davon lokale Kräfte, die in ihren eigenen Gemeinschaften tätig gewesen seien, erklärte Guterres.
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