Förderzusage für Berliner interreligiöses Gotteshaus überreicht

Berlin (KNA) Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) haben das Berliner Projekt eines Gotteshauses von Juden, Christen und Muslimen gewürdigt. „Das ‚House of One‘ ist das richtige Projekt zur richtigen Zeit. Die Vielfalt unseres Landes wird damit im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt“, sagte Hendricks bei der Übergabe der Förderplakette am Freitag in Berlin. Müller lobte das Vertrauen der Religionsgemeinschaften ineinander, auch wenn es durchaus ab und zu Gegenwind gebe. Im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ wird das Vorhaben „House of One“ (Haus des Einen) mit 2,2 Millionen Euro gefördert, weitere 1,2 Millionen Euro steuert das Land Berlin bei. Darüber hinaus spendeten private Unterstützer aus mehr als 20 Ländern nach Angaben des Trägervereins bislang rund eine Million Euro. Der Verein will mit der ersten Bauphase beginnen, wenn zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf gut 43 Millionen Euro veranschlagt. Das „Bet- und Lehrhaus“ soll im Stadtzentrum auf den Fundamenten der kriegszerstörten evangelischen Petrikirche errichtet werden. Vorgesehen sind getrennte Gebetsräumen für Juden, Christen und Muslime sowie ein gemeinsamer Raum der Begegnung in der Mitte des Baus. Zur Mitarbeit eingeladen sind auch Mitglieder anderer Religionen und Atheisten. Die Bauphase ist von 2018 bis 2020 geplant, Grundsteinlegung soll im Frühjahr 2019 sein. Träger des Projekts sind die Evangelische Kirchengemeinde Sankt Petri-Sankt Marien, die Jüdische Gemeinde, das Abraham Geiger Kolleg und das muslimische „Forum für Interkulturellen Dialog“. Vorstandsmitglied Roland Stolte erklärte, dass es über die Träger hinaus bereits zahlreiche weitere Interessenten gebe, die sich an dem Projekt beteiligen wollten, darunter das Erzbistum Berlin, die Anglikanische Kirche sowie weitere muslimische und jüdische Glaubensgemeinschaften. Geplant ist ein Ziegelbau in kubischen Formen. Das Konzept stammt vom Berliner Büro Kühn Malvezzi. „Wir schaffen einen Raum, um Dialog zu schaffen“, sagte Architekt Johannes Kuehn. Das Areal sei einst das historische Zentrum Berlins gewesen, nun solle es wieder zu einem Herzstück der Stadt werden. (KNA – qksmq-89-00049)