Deutscher Geisel auf Philippinen droht die Enthauptung

Manila (KNA) Die islamistische Terrororganisation Abu Sajaf hat mit der Enthauptung einer deutschen Geisel gedroht und ein Ultimatum gesetzt. Bis zum 26. Februar müsse ein Lösegeld in Höhe von umgerechnet 570.000 Euro gezahlt werden, andernfalls werde der 70-jährige Jürgen Kantner geköpft, hieß es in einem Video der Entführer, wie philippinische Medien am Dienstag berichteten. In dem Video flehe Kantner die Bundesregierung um Hilfe an. Ein Sprecher der Sondereinheit Sulu der philippinischen Sicherheitskräfte lehnte gegenüber Medien auf den Philippinen eine Lösegeldzahlung ab. Wie ernst die Drohung der Abu Sajaf zu nehmen ist, hat die Enthauptung zweier kanadischer Geiseln und einer philippinischen Geisel im vergangenen Jahr gezeigt. Nach der Enthauptung des philippinischen Teenagers hatte der katholische Bischof des Bistums Isabela, Martin Jumoad, eine Verstärkung der Truppen im Kampf gegen Abu Sajaf begrüßt. „Abu Sajaf ist eine Terrorgruppe und nicht offen für einen Dialog. Sie muss vernichtet werden“, sagte Bischof Jumoad damals. Entführungen und die Erpressung von Lösegeldern sind eine wesentliche Finanzierungsquelle der Terrororganisation, die Verbindungen zur Miliz „Islamischer Staat“ hat. Hochburg von Abu Sajaf sind Inseln des Sulu-Archipels, in dem auch das Bistum Isabela liegt. Kantner war am 5. November 2016 im Süden der Philippinen entführt worden, als seine Segeljacht „The Rockall“ vor der Insel Tawi-Tawi ankerte. Seine 59 Jahre alte Ehefrau Sabine Merz wurde ermordet, als sie sich gegen die Entführer zur Wehr setzte. Kantner und seine Frau waren bereits einmal Opfer einer Entführung. 2008 waren sie vor Somalia in die Hände von Piraten gefallen, aber nach sieben Wochen wieder freigekommen.

(KNA – rkmlo-89-00104)

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