Höchstes Islam-Gremium: Indonesien bleibt multireligiös

Jakarta (KNA) Das höchste islamisch-theologische Gremium in Indonesien hat den multireligiösen Charakter des Landes betont.

Indonesien gründe seit 1945 auf einem Abkommen von Menschen unterschiedlichen Glaubens, sagte der Vorsitzende des „Rates der Ulama Indonesiens“ (MUI), Ma’ruf Amin, am Dienstag bei einem offiziellen Besuch im Armeehauptquartier in Jakarta.  Zudem sei mit Zustimmung der Ulama (Rechtsgelehrten) der einstige Verfassungszusatz gestrichen worden, wonach Muslime die Pflicht hätten, die Scharia zu leben, das islamische Recht.

Somit sei Indonesien kein islamisches Land, sondern ein Land, in dem „Muslime und Nichtmuslime versprochen haben, in Frieden zusammenzuleben und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen“, sagte Amin laut dem Nachrichtenportal „Jakarta Globe“. In den vergangenen zwölf Monaten sind in dem südostasiatischen Staat radikal-islamische Organisationen erstarkt, die aus der säkularen Republik einen Gottesstaat machen wollen. Die Regierung von Staatspräsident Joko Widodo hat diesen Kräften den Kampf angesagt.

Nach Ansicht von politischen Beobachtern in Jakarta wurde der Ort der Erklärung des MUI-Vorsitzenden, das Oberkommando der Armee, mit Blick auf die symbolische Bedeutung ausgewählt. Indonesiens Armee gilt als weithin immun gegen islamistische Einflüsse und spielt bei der Bekämpfung der Islamisten eine zentrale Rolle. Indonesien ist die drittgrößte Demokratie und das bevölkerungsreichste muslimische geprägte Land der Welt. Mehr als 80 Prozent der rund 250 Millionen Indonesier sind Muslime.

(KNA – rkqmk-89-00131)