Bericht: „Islamischer Staat“ finanziert Terror auf Philippinen

Manila/Jakarta (KNA) Die islamischen Terroristen, die seit zwei Monaten die Stadt Marawi auf den Philippinen besetzt halten, werden einem aktuellen Bericht zufolge von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) finanziert.

Zehntausende US-Dollar seien über die indonesische Terrorgruppe Jamaah Ansharud Daulah (JAD) an die Terrormilizen Maute und Abu Sajaf auf den Philippinen geleitet worden, heißt es in dem am Freitag veröffentlichen Report des „Institute for Policy of Analysis of Conflict“ (IPAC) in Jakarta. Eine zentrale Rolle bei der Finanzierung der Terroraktivitäten in Marawi auf Mindanao spiele der Malaysier Mahmud Ahmad, ein hochrangiger militärischer IS-Führer im Nahen Osten. Dass indonesische und malaysische Terroristen bei der Besetzung Marawis eine Rolle spielten, sei Anzeichen für eine „besser koordinierte regionale Strategie zwischen extremistischen Gruppen“.

Das IPAC warnt in dem Bericht zudem vor einer Zunahme von Terror in Südostasien. „Die Gefahr endet nicht mit einem militärischen Sieg“, so IPAC-Direktorin Sidney Jones. Indonesien und Malaysia seien durch die Rückkehr von Kämpfern aus Mindanao mit neuen Bedrohungen konfrontiert; auf den Philippinen könnten sich kleinere, verstreute Terrorzellen bilden. Mehrere hundert Kämpfer der Terrorgruppen Maute und Abu Sajaf hatten am 23. Mai die mehrheitlich muslimische Stadt Marawi auf Mindanao besetzt.

Nach Erkenntnissen von Sicherheitsexperten stammen viele der Terroristen aus Malaysia und Indonesien. Trotz des Einsatzes von Bodentruppen und Luftwaffe ist der philippinischen Armee die Rückeroberung Marawis bislang nicht gelungen. Die Kämpfe forderten auf beiden Seiten insgesamt mehr als 500 Todesopfer. Mehr als 240.000 Menschen sind auf der Flucht und leben in Notlagern in der Nähe Marawis. Nach Informationen philippinischer Medien verschanzen sich noch rund 100 Terroristen in der Stadt.

(KNA – rkrml-89-00043)