Buchautor fordert Reform der islamischen Verbändelandschaft

Berlin (KNA) Eine grundlegende Reform der islamischen Verbändelandschaft fordert der Publizist und Filmemacher Sascha Adamek.

Die deutschen Islamverbände und Moscheevereine sollten sich „ganz offen distanzieren von dem Bild von Religion, das etwa in den Golfstaaten vorherrscht und das den Westen als Todfeind sieht“, sagte Adamek am Donnerstag der Katholischen NachrichtenAgentur (KNA) in Berlin. „Und dann müssten sie sich ehrlich machen in finanzieller Hinsicht oder dazu gezwungen werden.“

Dafür sei es sinnvoll, den Schutz durch das Steuergeheimnis für sämtliche Vereine und Verbände – also auch für nicht-muslimische – aufzuheben. „Erst dann können wir Einblick nehmen in die tatsächlichen Finanzflüsse.“ In seinem neuen Buch „Scharia-Kapitalismus“ das am Freitag erscheint, geht Adamek der Frage nach, aus welchen Quellen sich der radikale Islam finanziert. Deutschland sei dabei zu einem „Ruheraum“ für islamistische Geldgeber geworden. Im Rahmen seiner Recherchen kontaktierte der Journalist 2.700 Moscheevereine beziehungsweise ihre Verbände zwischen Flensburg und Passau, um in Erfahrung zu bringen, „ob sie Eigentümer oder Mieter ihrer Räumlichkeiten sind, ob sie jemals Spenden aus dem Ausland erhalten haben und wenn ja, von wem“.

Die meisten hätten nicht einmal geantwortet. „Die ducken sich leider allzu oft weg“, fasste Adamek im Gespräch mit der KNA seine Eindrücke zusammen. Bei den großen Islamverbänden stelle sich zudem die Frage, wen und wie viele Muslime sie tatsächlich repräsentieren. Zu den Debatten um die Ditib meinte der Publizist, der deutschtürkische Moscheeverband sei lange Zeit der Ansprechpartner für einen moderaten Islam gewesen – „nicht nur für die Politik, sondern auch für die Medien“. Es sei tragisch, dass die Ditib mehr und mehr wegbreche „und zum Spielball türkischer Interessen wird“.

(KNA – rktml-89-00017)

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