Zentralrats-Präsident: Religion kann Verständigung fördern
Interreligiöser Dialog ist auch in schwierigen Zeiten möglich, sagt Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden.
Juden und Muslime seien nicht „von vornherein Erzfeinde“. Aber es gebe auch Grenzen des Gesprächs.
Würzburg/Bonn (KNA) Religion kann in Zeiten hoch aufgeladener Konflikte die Verständigung fördern – das sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Allerdings sei das zurzeit auch schwierig. Schuster betonte, dass er ein Gespräch auf religiöser Basis zwischen Vertreterinnen und Vertretern von Christentum, Judentum und Islam für eine „absolut sinnvolle Maßnahme“ halte. „Wichtig ist es dabei natürlich, Stimmen des Islams zu hören, die moderat sind.“
Zugleich warnte Schuster davor, „Feindbilder aufzubauen und die Angehörigen des Islams alle über einen Kamm zu scheren, sie von vornherein in die Ecke der Israelfeinde zu stellen“. Ein Gespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern dreier Religionen könne durchaus eine Wirkung in die weitgehend säkulare deutsche Gesellschaft hinein haben. Schuster wandte sich gegen die Vorstellung, dass Juden und Muslime „von vornherein Erzfeinde“ seien. „Auf der anderen Seite ist es natürlich problematisch, dass es muslimische Moscheegemeinden gibt, die beispielsweise von dem türkisch-islamischen Moscheeverband Ditib gestützt und beeinflusst sind. Mit denen ist es kaum möglich, in einen konstruktiven Dialog zu kommen“, kritisierte Schuster.
Er äußerte sich anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags, der vom 13. bis 17. Mai in Würzburg gefeiert wird.
Schuster lebt in der Stadt und ist auch als Teilnehmer an Katholikentagsveranstaltungen dabei.
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