Bericht: Hoher Beratungsbedarf zu islamistischer Radikalisierung
Schulen oder Eltern wenden sich an Beratungsstellen, wenn sie fürchten, dass sich jemand in ihrem Umfeld radikalisiert
haben könnte. Wie viele es zuletzt waren und welches Ereignis als ein Einschnitt gesehen wird.
Berlin (KNA) Der Beratungsbedarf zu islamistischer Radikalisierung ist einem Medienbericht zufolge hoch. So registrierte die Beratungsstelle Radikalisierung zur Islamismus-Prävention beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 165 Beratungsanfragen, wie ein Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte.
„Der Beratungsbedarf von Personen, die sich mit Fragen zu islamistischen Radikalisierungsformen an das bundesweite Angebot der Beratungsstelle wenden, bewegt sich damit weiterhin auf einem hohen Niveau – vergleichbar mit den Werten des Jahres 2023.“ Damals habe die Zahl der Anfragen im Gesamtjahr bei 374 gelegen.
Mehr als die Hälfte der Anfragen stammte im Jahr 2025 dem Sprecher zufolge von Institutionen wie Schulen. Hinzu kämen knapp 43 Prozent aus dem familiären Umfeld mutmaßlich radikalisierter Personen, vor allem von Eltern. Das Durchschnittsalter der mutmaßlich radikalisierten Personen lag 2025 demnach bei knapp 19 Jahren.
Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sei ein Einschnitt gewesen, so der Sprecher. „Dies gilt insbesondere auch für das Anschlagsgeschehen in Deutschland, da die gesellschaftliche Sensibilität für Radikalisierung in direkter Folge islamistisch motivierter Gewalttaten signifi-kant steigt, was zu höheren Anrufer-Zahlen führt.“
Der mutmaßliche Täter, der am Samstagabend am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) einen Anschlag verübt haben soll, soll in der Vergangenheit mehrfach versucht haben, sich im Ausland der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) anzuschließen. Es wird von einem mutmaßlich islamistischen Anschlag ausgegangen.
Der Täter steuerte ein Auto in eine Menschenmenge am Tiergarten. Dabei wurde eine Person getötet, mindestens 29 weitere teils schwer verletzt. Der Tatverdächtige wurde später bei einem Polizeizugriff erschossen.
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