Organisation: Mehr Hass gegen queere Menschen und Muslime
Nach dem Anschlag beim CSD meldet die gemeinnützige Organisation Hate Aid eine Häufung der Gewalt in Sozialen Medien gegen Minderheiten. Es gibt Angriffe durch Posts, Hasskommentare, und -videos.
Berlin (KNA) Laut der gemeinnützigen Organisation Hate Aid ist in Sozialen Medien die Zahl der Hasskommentare nach dem Anschlag beim CSD angestiegen. Besonders betroffen seien queere Menschen, Muslime und andere marginalisierte Gruppen, teilte Hate Aid am Mittwoch in Berlin mit. Sie würden beleidigt, bedroht und verleumdet. Es sei schon jetzt absehbar, dass die Tat politisch instrumentalisiert werde, um Hass gegen Minderheiten zu schüren
Es handele sich vor allem um Beleidigungen und zum Teil um Morddrohungen oder Doxxing, also die Veröffentlichung von Adressen oder Telefonnummern. In den meisten Fällen sei gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit das Motiv – sowohl gegen queere Menschen als auch gegen Muslime. Letztere würden pauschal unter Generalverdacht gestellt oder Ziel von Gewalt und Bedrohungen im Internet.
Hate Aid fordert wirksame Maÿnahmen gegen Hass im Netz, einen niedrigschwelligen Zugang zum Recht für Betroffene sowie eine konsequente Durchsetzung bestehender Gesetze, damit digitale Räume Orte der demokratischen Teilhabe blieben. Plattformen müssten Verantwortung übernehmen, moderieren und sicherstellen, dass strafbare Inhalte wirklich über Meldewege entfernt werden können.
Am Samstagabend war nach der CSD-Parade in Berlin ein Auto in eine Menschenmenge am Tiergarten gefahren. Dabei wurde eine Person getötet und rund 30 teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter war 21 Jahre alt und zuvor bereits straffällig gewesen.
Er soll in der Vergangenheit mehrfach versucht haben, sich im Ausland der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) anzuschließen. Erst im Mai war er nach mehreren Monaten aus Untersuchungshaft entlassen worden. Beim Polizeizugriff am Sonntag wurde er erschossen. Am Montag wurde bei ihm ein Bekennervideo gefunden.
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