Ramadan endet mit Aufrufen zum Miteinander der Religionen

Berlin (KNA) Zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan haben sich Politiker und Kirchenvertreter für ein Miteinander der Religionen stark gemacht.

Die Freude über das Fest des Fastenbrechens sollte Menschen über Religionsgrenzen hinweg „noch stärker verbinden“, erklärte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Wochenende in einer Grußbotschaft. „Muslime, Juden und Christen teilen nicht nur die Freude an der Gemeinschaft; sie teilen auch den Glauben an einen barmherzigen Gott“, so der Bundespräsident.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) betonte, er sehe ein großes Friedenspotenzial in den Religionen. „Der Ramadan steht für einen respektvollen Umgang mit den Mitmenschen und für die Unterstützung derjenigen, die Hilfe benötigen. Er steht auch dafür, dass Menschen einander begegnen und über Religionsgrenzen hinweg ins Gespräch kommen.“ Er fügte hinzu, dass sich „Muslime und andere Gläubige gemeinsam für Frieden und Toleranz“ einsetzen sollten. Der Limburger Bischof Georg Bätzing unterstrich im WDR seinen Aufruf an Christen und Muslime zur Zusammenarbeit „in den aktuellen und drängenden Fragen unserer Zeit“.

Dieser Herausforderung könnten sie gemeinsam mit Bildung, geistiger Offenheit und dem Willen zur politischen und ökologischen Veränderung entsprechen, so der Vorsitzende der Kommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz. missio-Präsident Wolfgang Huber sprach sich für mehr interreligiösen Dialog aus. „Nur durch ein friedliches Miteinander der Religionen ist ein dauerhafter Friede möglich“, sagte Huber. Gerade in einer Welt, die von Terroranschlägen und sozialer Unsicherheit geprägt sei, müssten die Menschen aufeinander zugehen, einander besser kennenlernen und gemeinsam für Frieden eintreten, betonte der Präsident des internationalen katholischen Hilfswerks missio München.

Die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD) forderte mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt über Religionsgrenzen hinweg. „Das ist besonders im Ramadan 2017 wichtig, eine Zeit, in der überall auf der Welt Unfrieden geschürt wird“, so die stellvertretende Parteivorsitzende. „Muslim-Sein und Deutsch-Sein sind keine Gegensätze, sondern gelebte Normalität für Millionen Menschen in Deutschland“, so Özoguz. Dem islamischen Fastenmonat Ramadan folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, arabisch ‚Id al Fitr. In Deutschland wird es in diesem Jahr von Sonntag bis Dienstag gefeiert.

(KNA – rkqmo-89-00045)