missio fordert Einsatz für Religionsfreiheit in Indien

Aachen (KNA) Zum 70. Jahrestag der Gründung Indiens fordert das katholische Hilfswerk missio Aachen die deutsche Bundesregierung zu mehr Einsatz für die Achtung der Religionsfreiheit dort auf.

„Die gegenwärtige indische Regierung schaut weg, wenn Hindu-Nationalisten Christen oder Muslime diskriminieren oder gar Gewalt gegen ethnische und religiöse Minderheiten schüren“, sagte missio Präsident Klaus Krämer am Dienstag in Aachen. Das widerspreche „eklatant der Gründungsidee des Landes“. Indien ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt.

Die frühere britische Kolonie wurde am 15. August 1947 in die staatliche Unabhängigkeit entlassen.  Das Missionswerk erhält nach eigenen Angaben Berichte über „ernstzunehmende hindunationalistische Bemühungen, den säkularen Charakter der indischen Verfassung zu beseitigen und den Hinduismus zu einer Art Staatsreligion zu erheben“. Diese Entwicklung dürfe die Bundesregierung nicht ignorieren, so Krämer.

Deutschland strebe gegenwärtig eine stärkere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Indien an. Deshalb müsse die Bundesregierung interessiert sein, dass Indien eine stabile Demokratie bleibe und „nicht durch die politische Instrumentalisierung der Religionsfrage weiter erschüttert wird“, sagte der missio-Präsident.   Das Hilfswerk setzt sich derzeit für die Freilassung von sieben unschuldig zu lebenslänglicher Haft verurteilten Christen im Bundesstaat Odisha ein. Sie seien von Hindu-Nationalisten mit gefälschten Anschuldigungen vor Gericht gebracht worden. missio-Partner betreuten die Familien der Inhaftierten. Der Fall stehe stellvertretend dafür, warum es mehr politischen und diplomatischen Druck auf Indien in der Frage der Religionsfreiheit brauche, betonte Krämer.

(KNA – rkslp-89-00022)