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Jordanien kritisiert israelisches Verhalten am Tempelberg

02. April 2021
Dhaifallah Fayez, Haram al-Scharif, Jerusalem, Jordanien, Tempelberg, Wakf

Amman/Ramallah (KNA) Jordanien hat Israel erneut Verletzungen des geltenden Status Quo am Tempelberg, arabisch “Haram al-Scharif” (edles Heiligtum), in Jerusalem vorgeworfen. Israels Vorgehen sei inakzeptabel und verstoße gegen die historischen und rechtlichen Vorgaben an der heiligen Stätte, heißt es laut arabischen Medienberichten von Donnerstag in einer Pressemitteilung des Sprechers des jordanischen Außenministeriums, Dhaifallah Fayez.

Seine Kritik richtete sich demnach unter anderem gegen den Besuch einer großen Gruppe jüdischer Israelis auf dem Tempelberg unter dem Schutz der israelischen Polizei. Der Bereich des Haram al-Scharif mit seinen rund 14,4 Hektar Fläche sei ein Ort des Gebets ausschließlich für Muslime, deren Verwaltung der von Jordanien kontrollierten islamischen Wakf-Behörde zukomme.

Das Ministerium habe Israel als Besatzungsmacht in einem offiziellen Schreiben aufgefordert, den Status Quo der Stätte zu respektieren sowie die von Jordanien als Provokation bezeichneten Handlungen auf dem Gebiet zu unterlassen. Die internationale Gemeinschaft rief Fayez dazu auf, Druck auf Israel auszuüben.

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden. An Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg sowie an jüdischen Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

© KNA

Beitragsbild: Jim Black via Pixabay

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