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Wie lebt es sich als Deutsch-Türkin in Deutschland?

05. November 2018
Muslime

Weiblich, migrantisch, muslimisch. Von Nina Schmedding (KNA).

Berlin (KNA) Ihre Erfahrungen schildert Berrin Ileri mit einem Lachen – auch wenn sie manchmal bitter sind. Wie sie etwa vom Pförtner mit der Putzfrau verwechselt wurde und Generalschlüssel und Reinigungsliste überreicht bekam, noch bevor sie überhaupt den Mund aufmachen und sich als Leiterin des neuen Informatikgroßprojekts vorstellen konnte. Oder wie im Bus ein Mann zu seinem Hund sagte: “Komm weiter, neben Terroristen wollen wir nicht stehen.”

Berrin Ileri, 45 Jahre alt, hat die deutsche Staatsangehörigkeit, ist in Berlin geboren, sie spricht fließend Deutsch. Sie hat dunkle Augen, trägt eine bunte Tunika über der Jeans – und ein mintgrünes Kopftuch.

“Ich liebe Berlin”, sagt sie. Und: “Deutsch ist für mich meine Muttersprache.” Mit Vorurteilen hat die Informatikerin, deren Eltern in den 1960er Jahren als türkische Gastarbeiter nach Deutschland kamen, indes oft zu kämpfen. “Weiblich, migrantisch, muslimisch – was bedeutet das im Alltag?”, heißt ihr Vortrag, den sie am Donnerstagabend beim Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in Berlin hielt.

Als Mitglied des Kuratoriums “House of one” – einem interreligiösen Gebäude, das ab 2019 in der Hauptstadt unter seinem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen soll – wird Ileri oft von Organisationen eingeladen, die sich für den interreligiösen Dialog interessieren. Ihr geht es darum, von sich zu erzählen und so Vorurteile abzubauen. Denen begegnet sie häufig genug, sei es bei der Wohnungssuche oder bei Bewerbungen.

Muslimische Frauen würden in Deutschland oft einseitig als unterdrückte, ihrer Mündigkeit beraubte Hausfrauen wahrgenommen, kritisiert sie, die in den 90er Jahren in Berlin als nahezu einzige Frau ihres Jahrgangs Informatik studierte. Ihre Mutter, selbst wenig gebildet, hatte ihr dazu geraten. “Einen Mann findest Du immer noch – mach was aus Deinem Leben”, hatte sie gesagt.

Berrin Ileri ist es vor allem wichtig, nicht zu pauschalisieren. “Ja, es gibt Muslime, die ein Frauenproblem haben, und das sind nicht wenige. Es gibt Frauen, die zur Religiosität gezwungen werden. Es gibt Frauen, die ihr Kopftuch nicht freiwillig tragen, und es gibt Zwangsverheiratung.” Das Problem hierbei sei der Koran, dessen Auslegung “sehr kulturabhängig” sei. Einen Zwang im Glauben dürfe es aber grundsätzlich nicht geben, fordert sie, die sich erst mit 30 Jahren dafür entschied, ein Kopftuch zu tragen.

Für sie sei das ein “Gebot Gottes” – nicht etwa ein Symbol für die Unterdrückung der Frau. Das Kopftuch werde nicht deshalb getragen, damit sich Männer nicht vom Haar oder Dekollete der Frau verführt fühlen könnten, erklärt Ileri. Das sei schließlich “deren Problem”, aus diesem Grund würde sie ihren Kopf auch nicht bedecken. Vielmehr gehe es um eine Art Exklusivität für den Partner. “Die Idee dabei ist, die Privatsphäre zu schützen, sich allgemein nicht so körperbetont anzuziehen. Das, was wertvoll und besonders ist, nur einer Person zu zeigen.” Und diese Vorschrift gelte im übrigen auch für den muslimischen Mann, der etwa “keine enge Kleidung tragen” solle, so Ileri. Sie weiß aber auch, dass es Kopftuchträgerinnen gibt, die diese Idee dahinter nicht kennen und es trotzdem tragen, ohne sich näher Gedanken zu machen. “Bei manchen muslimischen Frauen kriege ich die Krise”, so Ileri.

Seit kurzem unterrichtet die Mutter eines fünfjährigen Sohnes als Lehrerin für Informatik an einer Berufsschule in Baden-Württemberg. Das Kopftuch trägt sie dabei nicht: “Ich ziehe es vor der Schule in der Tiefgarage im Auto aus und nach dem Unterricht wieder an”, erzählt sie. Das habe die Schulleitung nicht verlangt – “aber sie sagten mir, dass es Eltern geben könne, die sich daran stoßen”. Deshalb habe sie entschieden, es während des Unterrichts abzulegen. “Ich wollte das nicht zum Problem machen.” Grundsätzlich hat sie den Eindruck, dass sie in Baden-Württemberg als erkennbare Muslimin weniger auffällt als in Berlin. In der Hauptstadt sei “die Religion an sich verpönt.” Dadurch, dass es im Süden normaler sei, christlich zu sein, ecke auch sie als gläubige Muslimin weniger an, glaubt Ileri.

(KNA – sllkm-89-00102)

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